M14 – Energie 1

[Vorbemerkung: Erneut erreichte mich ein Gastbeitrag vom Kommilitonen Boris, wofür ihm herzlich gedankt sei. Boris hat sich an das Modul M14 gewagt. Ist es tatsächlich so schwierig, wie gerne behauptet wird? Der folgende Text gibt eine Antwort…]

Ich habe mich wieder mal für ein Modul entschieden, welches in direktem Zusammenhang zu meinem beruflichen Handeln steht. Allerdings beschäftige ich mich eher mit dem Handel von Energie und der Risikobewertung des Energievertriebs und weniger mit den tatsächlich dahinter stehenden physischen Gegebenheiten. Von daher bot mir dieses Modul die Möglichkeit die „reale Welt der Energie“ fernab von Handel und Vertrieb kennenzulernen. Dabei wurde mir recht schnell klar wie kompliziert die realen physischen und chemischen Prozesse sind. Aber dazu gleich mehr.

Der Lehrtext

Das Modul ist in drei Kurseinheiten unterteilt:

  1. Grundlagen der Energiewirtschaft
  2. Energieumwandlung und Energietransport
  3. Energieversorgungssysteme

Der erste Teilbereich Grundlagen der Energiewirtschaft fing eigentlich recht einfach an. Ein paar historische Fakten zur Entwicklung der Energiewirtschaft, durchaus interessant und wissenwert, aber nichts bahnbrechendes – vor allem nicht, wenn man sich ein bisschen in den Bereich auskennt. Aber das war nur der Anfang. Eh man sichs versah, ging es dann doch relativ schnell zur Sache. Ohne jetzt auf die einzelnen Modulteile eingehen zu wollen: Molmasse, Periodensystem, Kraftwerksberechnungen, Turboverdichter, unzählige Einheiten (die man alle in irgendeiner Art und Weise ineinander umrechnen kann), verdammt komplizierte Formeln und und und. Von Fernwärmenetzen und Kohlekraftwerken mit Zwischendampfüberhitzung berechnen bis hin zu Quer- und Längsspannungsabfall in Niederspannungsnetzen ist alles dabei. Hierzu ist die Auffrischung der Chemie- und insbesondere der Physik- und Elektrotechnik-Kenntnisse (falls vorhanden) absolut vorteilhaft. Wobei das mit den Vorkenntnissen so eine Sache ist. Gerade im Bereich Elektrotechnik gehts schon ziemlich zur Sache. Ich habe mit ein paar Elektroingineuren und Elektrotechnikern gesprochen und auch die haben mir bestätigt, dass das ganze ganz schön tief in die Materie reingeht.

Die Einsendeaufgabe

Die Einsendeaufgabe bestand zu rund 80% aus Berechnungen. Wem also Mathe in Kombination mit einer Vielzahl von Einheiten nicht liegt, sollte sich vorsehen. Insbesondere die verschiedensten Einheiten und deren Umrechnung haben mich immer mal wieder vor eine harte Probe gestellt. Bei der Beantwortung der einzelnen Aufgaben kann man sich zum Teil an vorhandenen Beispielaufgaben orientieren, aber eben nur zum Teil. Und selbst wen man eine ähnlihe Aufgabenstellung im Skript gefunden hat, heißt das noch lange nicht, dass man auch die Lösung für die Einsendeaufgabe hat. Gleiches gilt für die Vielzahl an Formeln aus dem Skript die einem helfen. Je nach Aufgabenstellung ist nämlich eher die eine oder eben doch die andere Formel richtig. Was ich damit sagen will, die Einsendeaufgabe macht man definitiv nicht im Vorbeigehen. Zum Glük befassen sich auch jede Menge Elektrotechnik- oder Maschinenbau-Vorlesungen mit ähnlichen Fragestellungn und man findet dadurch etwas Hilfestellung in anderen Lehrbüchern. Aber die Information haben ist eben nur die halbe Miete, verstehen und anwenden ist das eigentlich Schwierige an der ganzen Sache. Auch wenn die Einsendeaufgabe wirklich nicht gerade einfach ist, die Bewertung war meiner Meinung nach wirklich fair und vor allem schnell. Nach exakt 8 Wochen hatte ich mein Ergebnis mit einer Bewertung von 89% zurück. Dort wo ich Punktabzug bekommen habe, habe ich ihn zurecht bekommen und er wurde auch klar erläutert. Bei Fehlern in einer Zwischenrechnung gab es nur minimalen Punktabzug und die darauf aufbauenden Ergebnisse wurden mit voller Punktzahl bewertet. Mit dem Ergebnis war ich selbstverständlich zufrieden.

Das Fazit

Dieses Modul ist definitiv nicht zu unterschätzen. Man bekommt nichts geschenkt und muss hart arbeiten. Um Spaß an diesem Modul zu haben sollte man sich also wirklich für die Bereiche Physik und Elektrotechnik interessieren und auch eine Menge Spaß am rechnen haben. Ich persönlich hatte diesen Spaß, war aber bei der ein oder anderen Aufgabe doch stark am verzweifeln. So sehr ich zwischendrin geflucht habe, ich würde dieses Modul trotzdem wieder belegen. Man muss sich wirklich durchbeißen, hat aber danach die Chance sich mit Ingenieuren auf einer gewissen Art und Weise auf Augenhöhe zu unterhalten. Wer auf eine geschenkte Note hofft, ist bei diesem Modul definitiv falsch. Wer sich aber für diese Fragestellungen interessiert und auch nicht davor zurückschreckt sich ordentlich reinzuknien, der wird definitiv Spaß an dem Modul haben. Ich persönlich finde es auch sehr schön, dass es bei Berechnungen ein eindeutiges Ergebnis gibt und keinen großen Interpretationsspielraum. Zudem kann man sich das meiner Meinug nach doch sehr lästige zitieren sparen 🙂

Advertisements

M17 – Wasser

Nachdem ich beim letzten Modul bewusst ein (für mich) schwieriges und nur bedingt interessantes Thema gewählt hatte, wollte ich mich nun mit einem Modul aus meinem „Lieblingsbereich“ (Bereich 2, Natur- und Ingenieurwissenschaften) belohnen. In diesem Bereich gibt es ziemlich viele Module, die ich sehr interessant finde – so viele, dass ich gar nicht alle davon auch belegen kann. Deshalb fiel die Wahl sehr schwer. Warum ich im Endeffekt mit dem Modul M17 (Wasser) begonnen habe, kann ich gar nicht genau sagen – eine schlechte Wahl war es jedenfalls nicht…

Der Lehrtext

Das Modul ist in drei Kurseinheiten unterteilt:

  1. Wasser und nachhaltige Wasserwirtschaft
  2. Abwasser – Entstehung, Eigenschaften und Behandlung
  3. Spezielle Verfahren der Wasseraufbereitung und Abwasserreinigung

Die drei zugehörigen Lehrtexte sind nicht besonders lang. Die ersten beiden haben jeweils ca. 80 Seiten, der dritte ca. 70 Seiten (diese Zählung bezieht sich auf den reinen Lehrtext, d.h. Literaturverzeichnis und Anhänge gehen nicht in die Zählung mit ein). Überarbeiten muss man sich bei der Lektüre also ganz sicher nicht. Dennoch bekommt man nicht den Eindruck, dass die Themen zu kurz behandelt würden – die Informationen sind lediglich sehr dicht gepackt, ohne große Ausschweifungen (hallo M06, davon könntest du dir eine Scheibe abschneiden). Man muss daher sehr konzentriert bei der Sache sein, wenn man die Texte liest. Einmal kurz nicht aufgepasst und schon hat man den Faden verloren. Mir jedenfalls ging es öfters so, dass ich einige Absätze mehrfach lesen musste, bevor ich das Gefühl hatte, hinreichend aufmerksam gewesen zu sein, um guten Gewissens weiterlesen zu können. Von der Aktualität her sind die Texte ebenfalls in Ordnung, denke ich. Sie sind aus den Jahren 2007 und 2008. Das sind zwar schon ein paar Jährchen, könnte aber schlimmer sein – ich glaube jedenfalls nicht, dass sich in den letzten sieben Jahren wesentliche Änderungen in der Abwasserreinigung ergeben haben. Man möge mich korrigieren, wenn ich mich irre…

Der Einstieg ins Thema ist ganz behutsam und leicht verständlich. Das Niveau wird peu à peu dann immer stärker angehoben, ohne dass man das als Leser zunächst bemerkt. Aber plötzlich findet man sich tief in der Chemie wieder, ohne zu wissen, wie man da überhaupt hingekommen ist. Ich habe zwar durch mein Erststudium ein rudimentäres chemisches Grundverständnis, das mir hier am Anfang auch gut weiterhalf, aber als es tiefer in die Matierie ging, kam ich doch öfter mal ins Schwimmen. Mehrfach überlegte ich, ob es nicht sinnvoller gewesen wäre, mit M13 (Umweltchemie und Ökologie) zu beginnen – dort hätte man wahrscheinlich die ganzen Begriffe geklärt, mit denen ich jetzt Probleme hatte. Aber „Studium“ kommt schließlich vom lateinischen „studere“, und das bedeutet „sich bemühen“ – und nicht „sich den Arsch nachtragen lassen“. Also hingesetzt und nachgeschlagen, womit ich Schwierigkeiten hatte. Die im Literaturverzeichnis angegebenen Lehrbücher halfen mir dann auch gut weiter. Mindestens eins der Lehrbücher (Bliefert 2002) fand ich übrigens in den Lehrtexten wieder – ganze Passagen daraus waren wortwörtlich in den Reader übernommen, ohne in irgendeiner Form gekennzeichnet gewesen zu sein. Das gibt Abzüge in der B-Note…

Strich drunter: die Lehrtexte sind durchaus anspruchsvoll, aber gleichzeitig nicht so fies, dass man davon schlaflose Nächte bekommen würde. Außerdem sind sie hochinteressant, das hilft zumindest bei meiner persönlichen Motivation immer sehr gut weiter.

Die Einsendeaufgabe

Erster Eindruck: völlig anders als bei M06. Dort gab es weit gefasste Fragen, bei deren Antwort man ausführlich schwafeln konnte (und teilweise auch musste). Nicht so bei M17 – zu jeder Kurseinheit gab es vier Fragen. diese waren knapp und prägnant gestellt und ließen wenig Interpretationsspielraum offen. So mag ich das. Dem Betreuer war offensichtlich auch an kurzen Antworten gelegen, der Seitenumfang pro Kurseinheit war mit ca. 5 angegeben. Bei drei Kurseinheiten macht das also 15 Seiten. Obwohl ich an sich ein Freund von präzisen Antworten bin, fand ich die Vorgabe manchmal arg knapp. Hinbekommen habe ich es aber irgendwie trotzdem.

Sehr kompliziert fand ich die Fragen dabei nicht. Eigentlich alle Fragen hätte man ausschließlich mit den Skripten beantworten können. Eine Frage fand sich tatsächlich in abgewandelter Formulierung bereits als Übungsaufgabe im Reader – inklusive Musterlösung… Da ich es unwissenschaftlich finde, völlig ohne externe Quellen zu arbeiten, habe ich mir natürlich aus Prinzip welche besorgt und die Aufgaben damit gelöst. Das würde ich auch weiterempfehlen, denn auf die Art findet man natürlich doch noch zusätzliche Informationen, die bei der Bearbeitung der Aufgaben hilfreich sind. Nötig ist es aber wie gesagt nicht – wer einfach nur flott das Modul abschließen will, kann sich am Skript entlanghangeln und auf diese Art recht schnell fertig werden.

Die Bewertungsdauer war einsame Spitze. Wenn man nach dem Datum neben der Unterschrift des Prüfers geht, dauerte die Korrektur nur einen knappen Monat! Tatsächlich erreichte mich der Brief mit der Bewertung aber erst nach zwei Monaten. Das ist aber nicht verwunderlich – meine Einsendeaufgabe wurde unmittelbar vor Weihnachten korrigiert. Danach kamen die Feiertage und der Jahreswechsel, da kann es schonmal eine Weile dauern, bis die Verwaltung wieder anläuft. Es liegt mir also fern, mich hier beschweren zu wollen.

Die Bewertung selbst war sehr fair, an einigen Stellen fast schon wohlwollend. Lediglich bei einer Aufgabe habe ich einen deutlichen Punktabzug bekommen, und das auch völlig zu recht. Bei ein paar anderen Aufgaben habe ich, wenn man nach den handschriftlichen Korrekturkommentaren geht, überraschend wenig Minuspunkte bekommen. Ich selbst wäre an einigen Stellen strenger mit mir gewesen. Aber ich akzeptiere das mal so ;-).

Das Fazit

Ein schönes Modul, das ich hiermit sehr gerne weiterempfehlen möchte. Eventuell wäre es sinnvoll, vorher M13 zu belegen, um eine etwas bessere Grundlage zu haben. Aber notwendig ist es nicht. Ich habe M13 inzwischen belegt und finde es definitiv anspruchsvoller als M17. An einigen Stellen hat mir sogar das M17-Wissen beim Verständnis von M13 geholfen – an anderen Stellen wäre es aber wohl umgekehrt auch so gewesen. Naja, wie man’s macht…

M04 – Umweltökonomie

[Vorbemerkung: Der folgende Text stammt nicht von mir, sondern vom Kommilitonen Boris, der sich netterweise als Gastautor betätigt hat. An dieser Stelle sei ihm herzlich für seine Mühe gedankt. Sollten auch andere Leser Interesse daran haben, einen Erfahrungsbericht zu einem Modul hier zu veröffentlichen, können Sie sich gerne bei mir melden.]

Für mein erstes Modul habe ich mich dafür entschieden, ein Modul zu belegen, welches meiner bisherigen Studienrichtung entspricht und welches mir hoffentlich im Job weiterhilft. Deswegen erstmal ein paar Worte zu mir. Ich habe an der FH Düsseldorf und der Capilano University in North Vancouver meinen Bachelor of Arts in International Management gemacht. Seit meinem Studienabschluss arbeite ich als Portfoliomanger Strom und Gas. In dieser Funktion berate ich Stadtwerke bei ihren Vertriebsaktivitäten, sorge für die Beschaffung der Energie über die Börse oder über OTC Geschäfte und bei Bedarf der CO2-Zertifikate. Grundlage für die Preisentwicklung an diesen Märkten sind neben eventuellen Spekulationspositionen der Marktteilnehmer, insbesondere die aktuelle und erwartete Entwicklung von Angebot und Nachfrage sowie die politischen Rahmenbedingungen. Volkswirtschaftliche Überlegungen sind also ein Grundbestandteil meiner täglichen Arbeit. Zusaätzlich habe ich mich schon während meines Studiums sehr für volkswirtschaftliche Aspekte interessiert und habe meine Thesis auch volkswirtschaftlich ausgerichtet.

Der Lehrtext

Im ersten Teil des Lehrtextes werden zunächst die volkswirtschaftlichen Grundlagen wiederholt. Hierbei geht es beispielsweise um die Preisbildung an Märkten, die Auswirkungen von grundsätzlichen Markteingriffen wie Steuern oder Abgaben etc. Als volkswirtschaftlich versierter Leser sollte dieser Teil einfach zu verstehen sein. Auch wenn das bedingt durch meine Vorkenntnisse schwierig zu bewerten ist, denke ich, dass auch für nicht VWLer dieser Teil zu verstehen sein sollte. Es gibt einige stark vereinfachte Beispiele und man wird mit den Grundbegriffen der VWL vertraut gemacht. In den folgenden Teilen werden die erlernten Grundlagen auf spezielle Begebenheiten angewandt. Insbesondere wird dabei auf verschiedene Maßnahmen zur Regulierung von Emissionen eingegangen. Hier geht es schon etwas mehr zu Sache, wobei dem volkswirtschaftlich versiertem Leser auch dies keine allzu großen Probleme bereiten sollte. Für weniger VWL versierte Leser könnte der Sprung von den Grundlagen zu den tatsächlichen Begebenheiten etwas schwerer fallen. Trotzdem sollte meiner Meinung nach auch dies mit ein wenig Einsatz gut möglich sein. Ich finde es zudem sehr interessant, dass sowohl positive als auch negative Aspekte der einzelnen Instrumente betrachtet werden und mit genügend Realismus an die Sache herangegangen wird. So wird ein Instrument nicht allein als gut bewertet, nur weil es in der Lage ist Emissionen zu reduzieren. Es muss darüber hinaus auch weitere Eigenschaften haben, wie beispielsweise die Fähigkeit umwelttechnische Innovationen zu induzieren. Mir ist mit dem Durcharbeiten des Moduls die aktuelle politische Diskussion in Bezug auf die Neuausrichtung des europäischen Zertifikatehandels um einiges verständlicher geworden. Es sei auch erwähnt, dass der Hauptautor des Lehrtextest einer der renomiertesten deutschsprachigen Autoren auf diesem Gebiet ist. Seine Veröffentlichungen gehören oftmals zum Standardreportoire wenn es um wissenschaftliche Untersuchungen auf diesem Gebiet geht.

Die Einsendeaufgabe

Bei mir war die Einsendeaufgabe in vier Hauptfragen aufgeteilt. Dabei handelte es sich um offene Fragen, bei denen es zunächst einmal kein eindeutiges falsch oder richtig gibt. Man kann sich bei der Beantwortung gut am Skript orientieren. Zusätzliche Literatur ist natürlich nie falsch, meiner Meinung nach aber bei der Beantwortung der Fragen nicht unbedingt nötig. Ich selber habe trotzdem einiges an sonstigen Quellen genutzt. Es gibt auf jeden Fall einiges an Literatur zu den Themengebieten, die sich auch gut aus dem Literaturverzeichnis entnehmen lässt. Die Fragen sehe ich als relativ fair an. Teilweise muss man sich aber schon erstmal klar werden, was genau gefragt ist. Als problematisch habe ich angesehen, dass die Fragen eine unterschiedliche Zahl an Unterfragen hatten. So hatte eine Frage fünf Unterfragen, eine andere überhaupt keine. Gleichzeitig gibt es für alle 4 Hauptfragen gleich viel Punkte. Egal ob man also fünf Fragen beantwortet hat oder nur eine – es gibt gleich viele Punkte. Dabei sind die Unterfragen aber vom Umfang ähnlich ausgestaltet wie eine einzelne Hauptfrage. Dies führte mich schnell zu der Situation, dass mir die maximalen 20 Seiten nicht ausgereicht haben und ich extrem kürzen musste. Es war für mich wirklich eine Herausforderung alle Fragen umfassend zu beantworten und dabei auf die Ausgewogenheit der Beantwortung in pucto der Anzahl der Unterfragen zu achten. Ganz ist es mir leider nicht gelungen bzw. ist mir auch nicht klar wie genau das gehen soll. Für die Frage mit der größten Anzahl an Unterfragen habe ich fast die Hälfte der maximal zulässigen Seitenzahl gebraucht. Für die Frage ohne Unterfragen nur 1,5 Seiten. Trotzdem gibt es für beide Fragen gleich viele Punkte. Naja, das Gesamtergebnis war mit 88% durchaus gut, wobei ich die Bewertung doch strenger fand, als ich das bisher gewohnt war. Bin mir ziemlich sicher, dass ich bei der von mir erstellten Lösung an der Fachhochschule eher über 90% bekommen hätte.

Fazit

Alles in allem fand ich dieses Modul sehr gut. Insbesondere aufgrund der für mich gegebenen Praxisnähe und meinem grundsätzlichen Interesse an volkswirtschaftlichen Fragestellungen. Vom Schwierigskeitsgrad ist es insbesondere für VWL-Interessierte sehr gut machbar, aber auch für nicht VWLer sollte das Modul keinen riesigen Stolperstein darstellen. Die Bewertung fand ich persönlich etwas streng, habe aber selber noch keinen Vergleich zu anderen Modulen in diesem Studiengang. Ich würde dieses Modul also auf jeden Fall weiterempfehlen. Für wen aber VWL ein rotes Tuch ist, der sollte meiner Meinung nach die Finger davon lassen, auch wenn das Modul wahrlich nicht in die absolute VWL-Tiefe geht, aber wie es der Name schon erwarten lässt doch stark die gängigen volkswirtschaftlichen Perspektiven vertritt.

M06 – Umweltpolitologie

Nach der obligatorischen Einführung stand nun also mein erstes „richtiges“ infernum-Modul an, und somit auch die Qual der Wahl. So viele Module, völlig freie Auswahl – womit fängt man sinnvollerweise an? Folgender Gedanke half mir: als eher naturwissenschaftlich orientierter Mensch wusste ich, dass ich mit dem Bereich 1 (Rechts-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften) meine größten Schwierigkeiten haben würde. Es erschien mir daher konsequent, mit einem Modul aus eben diesem Bereich anzufangen – „face your fears“ (bzw. auf Deutsch: „je eher ich es hinter mir habe, desto besser“). Die Wahl fiel im Endeffekt auf Umweltpolitologie, da ich dieses Modul noch am ehesten für „greifbar“ hielt. Außerdem bin ich ein politisch interessierter Mensch und hoffte, dass dies bei meiner Motivation helfen könnte…

Der Lehrtext

Anders als in vielen anderen Modulen gibt es bei M06 nur einen einzigen Lehrtext, der allerdings dafür etwas länger ist. Mit allem drum und dran sind es 200 Seiten. Zusätzlich gibt es noch einen Reader, in welchem einige Fachartikel (insgesamt zehn) mit Bezug zu im Lehrtext behandelten Themen gesammelt sind. An mehreren Stellen im Internet hatte ich zuvor gelesen, dass gerade die M06-Materialien stark veraltet seien. Anscheinend wurden sie in der Zwischenzeit aber überarbeitet, ich konnte über die Aktualität nicht meckern. Der Lehrtext ist von 2011, ich selbst belegte das Modul Ende 2012 – also kein Drama. Auch das Literaturverzeichnis war auf einem ziemlich aktuellen Stand, ebenso der Reader. Der älteste dort abgedruckte Artikel ist von 2007, der jüngste von 2011. Natürlich ändert sich in der Politik ständig etwas, aber von keinem Lehrtext der Welt könnte man verlangen, dass er grundsätzlich tagesaktuell ist. Trotzdem erwähne ich eine amüsante Geschichte. Der Lehrtext wurde anscheinend unmittelbar vor dem Unfall in Fukushima fertig, so dass dieser nicht mehr im Text behandelt wird. Im Vorwort wird allerdings kurz darauf Bezug genommen:

Die neueren Entwicklungen nach der japanischen Atomkatastrophe konnten wir nicht mehr aufgreifen, da gegenwärtig (Ende März 2011) noch keine Ergebnisse erkennbar sind. Sollte es wirklich zu einem drastischen Kurswechsel in der deutschen Atompolitik kommen, so wäre das einer der ganz raren Ausnahmefälle, in denen eine Katastrohe wirklich einen Policy-Wandel bewirkt hätte – in der Regel ist dies nicht der Fall.

Tja, falsch gedacht ;-). Schon bitter, wie schnell ein geschriebener Text seine Aktualität verlieren kann…

Inhaltlich kann ich mich über den Reader nicht groß beschweren. Stellenweise ist er wirklich ziemlich langweilig, aber das kreide ich den Autoren nicht an, das ist wohl eher ein Phänomen der Politikwissenschaft an sich (und natürlich auch höchst subjektiv). Im Gegenteil, die Autoren haben sich große Mühe gegeben, ihren Text so zu gestalten, dass auch ich als Mensch ohne politikwissenschaftliche Vorbildung keine Verständnisprobleme hatte und die einzelnen Kapitel gut durcharbeiten konnte. Im krassen Gegensatz dazu stehen diverse Fachartikel, mit denen ich im Zuge der Erstellung der Einsendeaufgabe zu kämpfen hatte. Hier musste ich mich teilweise wirklich durchbeissen, so staubtrocken und verschwurbelt waren einige Texte. Das klingt jetzt aber alles schlimmer, als es tatsächlich war. Der Vollständigkeit halber sei deshalb erwähnt, dass manche Themenfelder durchaus interessant waren und von mir mit großem Mehrwert gelesen werden konnten.

Die Einsendeaufgabe

Mit der Einsendeaufgabe hatte ich meine liebe Mühe. Mein größtes Problem am Anfang war, die minimale Seitenzahl zu schaffen, da ich zu den meisten Aufgaben kaum etwas zu sagen hatte. Oft war ich mir auch gar nicht sicher, was genau man von mir wollte. Ich habe mich dann richtig reingekniet und deutlich mehr Zeit investiert, als ich ursprünglich gedacht hätte. Aus diversen Bibliotheken und Online-Archiven habe ich mich mit aktuellem Material versorgt und mich so „schlau gelesen“, wie es eben ging. Das Literaturverzeichnis meiner Einsendeaufgabe zählt insgesamt 29 Quellen – gelesen habe ich deutlich mehr, aber viele Texte stellten sich während der Lektüre als zur Bearbeitung der Aufgabe unbrauchbar heraus. Durch die viele Arbeit, die ich mir machte, kehrte sich mein anfängliches Problem bezüglich der Seitenzahl dann auch noch ins Gegenteil um – am Schluss hatte ich fast schon Probleme, nicht den vorgegebenen Rahmen zu sprengen. Auch zeitlich wurde es irgendwann knapp, weil ich mir am Anfang zu viel Zeit gelassen hatte (dazu später mehr in einem separaten Beitrag)…

Zum letztmöglichen Termin konnte ich die Aufgabe aber doch noch einreichen. Und dann hieß es warten. Und warten. Und nochmal warten. Nach ca. 3 Monaten fragte ich höflich per E-Mail nach, erhielt aber keine Antwort. Auch auf eine zweite Nachfrage einen weiteren Monat später gab es keine Reaktion. Nach 5 Monaten Wartezeit flatterte dann doch noch eine Bewertung ins Haus. Von der infernum-Koordination hört man immer, dass man mit einer Korrekturzeit von ca. 8 Wochen rechnen soll, deshalb hielt ich 5 Monate für ziemlich lang. Inzwischen habe ich aber von Leuten gehört, die auch schon 6 oder 7 Monate auf eine Korrektur warten mussten (das bezieht sich nicht mehr auf M06, sondern betrifft wohl einige Module).

Bis zuletzt wusste ich nicht, was für ein Gefühl ich bei der Aufgabe haben sollte. Ich hatte mich zwar enorm angestrengt und viel Arbeit investiert, aber das muss ja nichts heißen. Man kann auch mit viel Elan das Thema völlig verfehlen. Und da ich eigentlich nie genau wusste, was genau man überhaupt von mir wollte, war ich doch recht unsicher. Von einer 1 bis zu einem „nicht bestanden“ hätte ich alles ohne Widerspruch akzeptiert. Umso mehr konnte ich mich dann über die ziemlich faire Bewertung freuen, und auch über die sehr gute Note, die am Ende des Gutachtens stand…

Das Fazit

Unter’m Strich würde ich den Kurs weiterempfehlen. Man kriegt nichts geschenkt, und wenn man keine Affinität zu Sozialwissenschaften hat muss man sich manchmal ein wenig quälen, aber der Mensch wächst bekanntlich mit seinen Aufgaben. Das sagte ich schon im letzten Beitrag, aber ich finde den Satz sehr wichtig, so dass man ihn ruhig mehrfach wiederholen kann. Ich kann nicht für andere infernum-Studenten sprechen, aber ich persönlich bin nicht bei infernum eingeschrieben, weil ich unbedingt „M.Sc.“ auf meine Visitenkarte drucken möchte, sondern weil ich etwas lernen will. Und das habe ich in diesem Kurs tatsächlich getan. Bei der Textlektüre habe ich mich zwar immer wieder mal gefragt, wozu man den ganzen Quatsch überhaupt braucht, aber mit etwas Abstand merke ich, dass ich in der medialen Berichterstattung über Politik jetzt viele Dinge besser verstehe und einordnen kann, die mir früher gar nicht klar waren.

M22 – Einführung in die Umweltwissenschaften

Die große Fangemeinde dieses Blogs musste lange, sehr lange warten – aber nun kommt endlich ein erster Artikel mit Inhalt. Es geht um das Einführungsmodul M22, welches wahrscheinlich jeder inferni (fürchterliches Wort, aber man liest es überall) als erstes belegt. Auch wenn laut Prüfungsordnung die Reihenfolge der Module völlig frei ist, so ist es natürlich durchaus sinnvoll, mit der offiziellen Einführung zu beginnen.

Der Lehrtext

Das M22-Skript kam erfreulich schnell mit der Post, deutlich früher als ursprünglich angekündigt. Nach 1,5 Wochen lag es schon in meinem Briefkasten. Da ich damit nicht rechnete, hatte ich mir fast alle Seiten schon ausgedruckt, denn die PDF-Version bekommt man natürlich sofort nach der Anmeldung im Moodle freigeschaltet. Zu den infernum-Skripten gilt allgemein, dass sie an Orten wie der Bahn (wo ich M22 fast ausschliesslich gelesen habe) etwas unpraktisch sind, da sie so großformatig sind. Deshalb habe ich hauptsächlich mit meinen ohnehin ausgedruckten Einzelblättern gearbeitet. Für spätere Module habe ich das dann nicht mehr gemacht, man will ja nicht unnötig Papier verschwenden…

Das Skript beschreibt eine fiktive Modellregion namens HagenHausen – ich habe erschreckend lange gebraucht, bis ich kapiert hatte, dass der Name von Hagen und Oberhausen kommt. Am Beispiel von HagenHausen werden verschiedene umweltwissenschaftliche Problemstellungen, Akteure und Lösungsansätze beschrieben, welche natürlich parallel zu den vielen verschiedenen infernum-Modulen ausgerichtet sind. Die einzelnen Kapitel haben keinen inhaltlichen Zusammenhang, so dass man jedes Kapitel auch für sich lesen kann. Die Texte sind von den jeweiligen Dozenten der einzelnen Fachbereiche geschrieben und unterscheiden sich teilweise sehr stark in der Qualität. Ich stelle die einzelnen Kapitel und meine Meinung dazu jeweils kurz vor:

Kapitel 1 und 2: Einleitung, entzieht sich der Bewertung.

Kapitel 3, Ökologie: Der Text ist gut verständlich geschrieben und auch sehr interessant. Ich hatte vorher bereits mit dem Gedanken gespielt, das Ökologie-Modul M13 zu belegen, dieser Text hat meine Wahl nochmal bestätigt. Es dürfte ein recht spannendes Modul sein. Der Chemieteil macht mir aufgrund meiner quasi nicht vorhandenen Vorbildung zwar etwas Angst, aber der Mensch wächst mit seinen Aufgaben. Ausserdem wäre es ja dämlich, nur Module zu belegen, die man schon kann – man will ja schließlich etwas neues lernen.

Kapitel 4, Politologie: Dieses Kapitel war zäh und trocken. Das ist bei dem Thema wahrscheinlich auch nicht anders möglich, Politik ist nunmal abstrakt, da kann man nichts dran ändern. Lust auf die beiden Politik-Module M06 und M07 hat mir der Text jedenfalls nicht gemacht.

Kapitel 5, Energietechnik: Den Text fand ich interessant, aber anspruchsvoll. Ähnliches dürfte für die beiden Energie-Module M14 und M15 gelten. Ob ich eins davon belege, weiss ich noch nicht. (Inzwischen habe ich von anderen Kommilitonen gehört, dass „Energie I“ wesentlich schwieriger sein soll als „Energie II“, man die Module aber unabhängig voneinander wählen kann, da sie nicht aufeinander aufbauen. Wer sich also für Energie interessiert, aber ein mathematischer Totalversager ist, der sollte sich direkt „Energie II“ anschauen.)

Kapitel 6, Verfahrenstechnik: Didaktisch recht putzig geschrieben, es geht um einen Reporter namens Hans Dampf, der ein Interview mit ähnlich witzig benannten Personen führt. Inhaltlich fand ich den Text aber gut geschrieben, verständlich und interessant. Nachteilig war nur, dass ständig ein Bezug auf diverse infernum-Module gegeben wurde, ohne dabei den Klarnamen zu nennen. Ich weiß nicht, ob jeder inferni bereits alle Modulnmmern auswendig kann, wenn er mit der Einführung beginnt. Ich jedenfalls konnte es nicht und musste ständig nachschlagen. Ausserdem verweist der Text auf Module, die es gar nicht mehr gibt. Das kann man dem Text aber nicht zum Vorwurf machen, bei infernum werden immer wieder mal einzelne Module geschlossen, überarbeitet oder neu zusammengeworfen – da kann dieses Kapitel kaum hinterherkommen.

Kapitel 7, Psychologie: Viel, sehr viel Text, aber leider fast kein Inhalt. Das Psychologie-Modul M08 war nach der Lektüre dieses Kapitels endgültig gestorben für mich.

Kapitel 8, Umweltchemie: Diesen Text fand ich sehr spannend. Er hat mich nochmal darin bestärkt, das Modul über Ökologie und Umweltchemie (M13) in die engere Auswahl zu nehmen. Dort werde ich mir bestimmt sehr viel neues Wissen aneignen können.

Kapitel 9, Umweltrecht: Hm, schwierig. Umweltrecht ist natürlich ein enorm wichtiges Thema, von dem man gewisse Grundkenntnisse einfach haben sollte. Das Kapitel selbst war aber ziemlich abschreckend geschrieben.

Kapitel 10, Biologie: Auf dieses Kapitel hatte ich mich gefreut, weil ich es von der Thematik her für interessant hielt. Traurigerweise war es sehr trocken und umständlich geschrieben, so dass es sehr zäh zu lesen war. Rein inhaltlich war es tatsächlich interessant, aber wenn das komplette Modul so mies geschrieben ist wie das Einführungskapitel, dann wird es eine Quälerei…

Kapitel 11, VWL: Mein absolutes Hass-Kapitel und der Tiefpunkt im M22-Skript. Das ganze Kapitel ist völlig abstrakt und staubtrocken geschrieben, ohne ein einziges konkretes Beispiel. Rein didaktisch ein totaler Fehlgriff. Hinzu kommen ungeheuerliche Schachtelsatz-Monster und haufenweise nicht erklärte Fremdwörter. Es soll wohl schlau klingen. Tatsächlich wirkt es eher peinlich, da der Autor anscheinend von seinen eigenen Schachtelsätzen überfordert war. Anders kann ich mir die auffallend vielen Grammatikfehler nämlich nicht erklären. Zu guter Letzt wird auch noch eine völlig unreflektierte Marktgläubigkeit an den Tag gelegt, wie sie seit spätestens 2008 einfach nicht mehr angebracht ist. Dieses Kapitel hat mich angewidert, ich muss es einfach so deutlich sagen.

Kapitel 12, BWL: Ich rechnete mit Ähnlichkeiten zum VWL-Kapitel. Tatsächlich wurde ich angenehm überrascht. Der Schreibstil ist wesentlich besser als im vorherigen Kapitel, es gibt einen ständigen Bezug zur Modellregion und viele anschauliche Beispiele. Trotzdem gab es viele „BWL-Sprechblasen“, ohne die geht es wohl einfach nicht. Wirtschaftswissenschaften sind mir allgemein sehr suspekt, aber wenn ich etwas davon wählen müsste, würde nach der Lektüre der beiden Kapitel meine Wahl ganz klar auf BWL fallen. Glücklicherweise lässt sich infernum aber auch studieren, ohne ein wirtschaftswissenschaftliches Modul belegen zu müssen.

Die Einsendeaufgabe

Die Einsendeaufgabe fand ich zunächst ziemlich witzig. Eine wissenschaftliche Arbeit wurde in keinster Weise verlangt, es ging eher darum, die eigenen Erwartungen an das infernum-Programm zu reflektieren und sie mit seinem aktuellen Beruf (alternativ auch seinem angestrebten Beruf) in Verbindung zu bringen. Ein Kommilitone charakterisierte diese Aufgabe mit der Bezeichnung „mein schönstes Ferienerlebnis“, denn so wirkte sie tatsächlich. Ich entschied mich daher, erst das Präsenzseminar (siehe unten) abzuwarten und danach mit der Bearbeitung der Aufgabe zu beginnen. Beim Seminar erfuhr ich denn auch, dass die Aufgabe zwar harmlos wirkte, aber alles andere als harmlos bewertet wird. Man muss sich tatsächlich gut begründete Gedanken machen. Das tat ich dann auch, und ich tat mich viel schwerer daran, als ich es ursprünglich gedacht hätte. Als ich die Aufgabe dann einreichte, war ich wirklich unsicher, ob ich verstanden hatte, was man von mir wollte. Man hätte mir jede mögliche Note dafür geben können, und ich hätte es ohne Widerspruch akzeptiert. Als das Ergebnis dann „80%, sehr gut“ lautete, war ich doch recht erleichtert. Die Korrekturzeit war übrigens angenehm kurz. Ich wartete ungefähr 5 Wochen auf die Korrektur, und in dieser Zeit lagen auch noch die Weihnachtsfeiertage. Da kann man also nicht meckern.

Das Präsenzseminar

Präsenzseminare sollen ja angeblich das Salz in der Suppe des Fernstudiums sein. Das möchte ich so nicht unterschreiben, denn der Anteil an „Blabla“ war insgesamt leider ziemlich hoch. Etwas ausführlicher:

Der erste Tag begann mit der obligatorischen Vorstellungsrunde. Da wir eine recht große Gruppe waren und eine Vorstellung ewig gedauert hätte, wurden wir in zwei kleinere Grüppchen geteilt, so dass jeder nur eine „halbe“ Vorstellungsrunde erlebte, was immer noch lang genug dauerte. Ich fühlte mich mit meinem Beruf ein wenig als Exot, damit hätte ich vorher nicht gerechnet… Danach stand eine Exkursion zu einer Biogasanlage an. Dieser Programmpunkt war wirklich hochinteressant. Leider war unsere Gruppe eigentlich zu groß, und so war es ziemlich schwierig, den Ausführungen zu folgen. Die Wege durch die Anlage waren teilweise recht eng, und wenn man das Pech hatte, an der falschen Stelle zu stehen, hörte man von den Erklärungen so gut wie nichts. Zudem wehte ein ziemlich starker Wind, der das Zuhören noch mehr erschwerte. Und dann war dieser Wind auch noch sehr kalt…

Die zweite Hälfte des ersten und die erste Hälfte des zweiten Tages bestand jeweils aus Kurzvorträgen diverser Dozenten zu ausgewählten Modulen. Diese möchte ich bis auf eine Ausnahme nicht weiter kommentieren. Die Ausnahme war der Vortrag zum Umweltrecht. Das Kapitel im Skript (siehe oben) hatte mich ja eher abgeschreckt, deshalb hatte ich den Vortrag innerlich auch schon abgehakt. Weit gefehlt: ausgerechnet der Vortrag zum Umweltrecht war der interessanteste von allen. Der Dozent hatte es didaktisch einfach drauf, der hätte auch von trocknender Wandfarbe erzählen können und ich hätte noch gespannt zugehört…

Der letzte Teil des Präsenzseminars befasste sich mit einem Planspiel. Es ging (grob gesagt) um eine Modellregion, die mit Ökostrom versorgt werden sollte. Dazu lagen zwei verschiedene Konzepte vor, die von uns nach mehreren Aspekten beurteilt werden sollten. Dafür wurden wir in Kleingruppen aufgeteilt, jede Kleingruppe sollte einen anderen Aspekt bearbeiten. Wichtig dabei war, dass man in einer Gruppe mitmachte, deren zu bearbeitenden Aspekt man nicht schon durch Studium und/oder Beruf kannte – man sollte sich also in ein ganz neues Feld einarbeiten. Ich landete deswegen in der Juristen-Gruppe. Man bekam allerhand Material und musste erstmal eine Weile lesen, bevor man anfangen konnte. Zeitlich war das ganze sehr knapp bemessen, so dass die Bearbeitung sehr oberflächlich blieb. Auch bei der Ergebnispräsentation am letzten Tag war nur sehr wenig Zeit, um alle Kleingruppen zu Wort kommen zu lassen. Meiner Meinung nach wirkte das ganze etwas unausgegoren und hatte eher den Charakter einer Beschäftigungstherapie…

Vor dem Seminar gab es im Moodle übrigens einen ganzen Stapel vorbereitender Literatur, den ich in mehreren Marathonsitzungen sogar komplett gelesen hatte. Im Endeffekt waren 98% davon für das Seminar völlig irrelevant. Schade.

Das Fazit

Das Einführungsmodul M22 ist das einzige Modul, bei dem man keine Wahl hat. Entweder man studiert auf Master, dann muss man es zwingend belegen. Oder man studiert den Zertifikatsstudiengang, dann darf man es nicht belegen. Deshalb wäre es sinnlos, an dieser Stelle nun eine Empfehlung auszusprechen. Ich stelle abschließend aber dennoch fest, dass ich das Modul soweit in Ordnung fand. Es vermittelte mir einen guten Überblick über die Thematik des Studiengangs und es hat mir dabei geholfen, eine Wahl für die nun kommenden Module zu treffen. Vom „Wissenschaftsgehalt“ her war es aber ein Witz, deshalb finde ich es ungerechtfertigt, dass man dafür so viele Credits bekommt wie für ein „normales“ Modul. Aber ich nehme es mal so hin.

Herzlich Willkommen

Hallo werter Leser,

herzlich Willkommen in meinem neuen Blog. Worum geht es hier? Ganz einfach: es geht um das „interdisziplinäre Fernstudium Umweltwissenschaften“ (oder kurz: „infernum“), welches gemeinsam von der FernUni in Hagen und dem Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik (UMSICHT) in Oberhausen angeboten und koordiniert wird. Knapp drei Jahre nach Abschluß meines naturwissenschaftlichen Erststudiums habe ich mich dazu entschlossen, nochmals unter die Studenten zu gehen. Ein Präsenzstudium war aber keine Option, da ich nebenher in Vollzeit arbeite und diese Stelle auch nicht aufgeben wollte. Also schaute ich mich bei den Fernstudiengängen um und stieß relativ schnell auf infernum, was meiner Meinung nach eine sinnvolle Ergänzung zu meinem Erststudium darstellt. Nach einer recht langen Zeit des Hin- und Herüberlegens entschied ich mich dann endlich, dem ganzen eine Chance zu geben…

Ich habe dieses Blog gestartet, um über meine Erfahrungen zu berichten – sowohl speziell über infernum als auch ganz allgemein über das Leben als Fernstudent. Ursprünglich hatte ich versucht, meine Erfahrungsberichte via Twitter zu verbreiten, aber die sehr knappe Zeichenbegrenzung stellte immer wieder ein Problem dar, meine Meinungen vernünftig auszuformulieren. Nun also ein Blog. Vielleicht interessiert sich ja in der weiten Welt des Internets irgendjemand dafür. Über den ein oder anderen Kommentar würde ich mich jedenfalls freuen…